Badekur – das klingt wie ein Relikt vergangener Zeiten. Tatsächlich genoss bereits im Jahr 1852 der erste Kurgast ein heilendes Sole-Bad im niedersächsischen Bad Rothenfelde. Heute ist der Klassiker in der Gesundheitsvorsorge wieder modern. Neben Solebädern haben auch Floating und Eisbaden positive Effekte auf Körper und Geist.
Sole Sole ist salz- und mineralstoffreiches Wasser, das aus tiefen Erdschichten gefördert wird. In Bad Essen im Osnabrücker Land zum Beispiel sprudelt Sole aus 800 Metern hervor und gilt mit 31,8 Prozent als die mineralreichste Solequelle Europas. Zum Vergleich: Das Wasser der Nordsee enthält rund drei Prozent Salz, das Tote Meer 29 Prozent. Sole bietet viele gesundheitliche Vorteile. Die wichtigsten sind:
1. Im Solewasser fühlt sich der Körper schwerelos, das entlastet Gelenke und Muskeln und hilft besonders bei rheumatischen Beschwerden, Rückenschmerzen oder nach Verletzungen.
2. Sole wirkt entzündungshemmend und beruhigend auf die Haut. Erkrankungen wie Neurodermitis oder Schuppenflechte können durch regelmäßige Anwendungen gelindert werden, zusätzlich fördert Sole die Regeneration der Haut.
3. Mit Sole angereicherte Luft verbessert die Atemwege. Dies ist besonders bei Asthma oder chronischer Bronchitis wohltuend.
4. Sole regt den Kreislauf an und hilft, Stress abzubauen.
5. Regelmäßige Besuche in Solebädern können die Abwehrkräfte stärken und die Selbstheilungskräfte aktivieren.
Viele Thermen bieten Sole-Becken zum Baden an
Im niedersächsischen Bad Essen gibt es im wunderschön angelegten Park die SoleArena, in der das flüssige Salz über sechs Meter hohe Schwarzdornwälle rieselt und aerosolreiche Luft bildet. Im Innenraum sprudelt ein Solebrunnen, und zahlreiche Düsen zerstäuben die Sole zu einem feinen Nebel. Der Besuch der SoleArena in Bad Essen ist kostenlos und jederzeit möglich. In Bad Rothenfelde steht ein wesentlich mächtigeres Gardierwerk, dessen Aufbau man im Inneren besichtigen kann. In der Inhalationskammer (Eintritt ab 1,50 Euro) kann man besonders hoch konzentrierte Salzluft genießen.
Eisbaden als Gesundheitskick Nicht nur Profisportler profitieren vom Kälte-Kick:
Regelmäßiges Eisbaden regt die Produktion weißer Blutkörperchen an, was die Abwehrkräfte steigert. Dazu lindert es Muskelkater und Gelenkschmerzen, reduziert Entzündungen und verbessert die Durchblutung. Wer sich einmal überwunden hat, wird mit einem Schub Endorphinen belohnt und trainiert auch seine mentale Stärke. Eisbaden ist auch zuhause möglich: Eine gefüllte Badewanne mit Eiswürfeln in sehr kaltem Leitungswasser reichen aus. Man beginnt mit wenigen Minuten und kann sich langsam auf bis zu zehn Minuten Badedauer steigern. Doch Vorsicht: Anfänger sollten sich langsam an die Kälte gewöhnen und gegebenenfalls vorher ihren Arzt fragen.
Floating In der Schwerelosigkeit alles loslassen Floating (deutsch: „Schweben“) ist eine moderne Form der Wassertherapie. In speziellen Tanks schwebt der Körper für 45 bis 60 Minuten in absoluter Ruhe und Dunkelheit. Das Floating fördert tiefe Entspannung und kann bei Schlafstörungen, Angstgefühlen und Burnout-Symptomen helfen. Weil Muskeln und Gelenke entlastet werden, kann es chronische Schmerzen lindern. Außerdem berichten viele Nutzer von einem klareren Kopf und wahren Kreativschüben nach einer Floatingsitzung (ab etwa 55 Euro).
Wem steht eine Badekur zu?
Eine Badekur (auch „ambulante Badekur“) ist eine medizinische Vorsorgemaßnahme, die in Kurorten durchgeführt wird. Ziel ist die Prävention oder Behandlung von chronischen Erkrankungen, etwa des Bewegungsapparats, der Atemwege oder der Haut mithilfe von kurärztliche Behandlungen, Anwendungen wie Bäder, Massagen oder Inhalationen und Erholungsmaßnahmen. Die ambulante Badekur ist eine Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenkassen. Sie zahlt die kurärztliche Betreuung vollständig und 90 Prozent der verordneten Kurmittel wie Bäder. Unterkunft und Verpflegung zahlen Patienten selbst (ein Zuschuss kann beantragt werden). Der Hausarzt stellt ein Attest aus, das Sie zusammen mit einem Antrag bei Ihrer Krankenkasse einreichen. Nach der Bewilligung durch die Krankenkasse können Sie den Kurort und die Unterkunft selbst auswählen. Die Badekur wird in der Regel alle drei Jahre genehmigt.
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